Feuerwehr-Notruf 122
 

Chronik von 1869 bis 1961

» Die Gründung der Stadtfeuerwehr Hallein
Bei der Generalversammlung am 17.Juni 1869 erklärten sich 32 Turner bereit, Übungen im Feuerlöschdienst zu pflegen. Die k.k. Salinenverwaltung gestattete die Benützung ihres zweirädrigen Hydrophors für Übungszwecke.

Die erste Übung fand am 26. Juni 1870 unter der Leitung von Benedikt Speckbacher statt.
Am 10. Februar 1871 wurde seitens der Salzburger Landesregierung die Statuten genehmigt, bei der am 18. Juni 1871 stattfindenden Hauptversammlung nahmen erstmals 89 Mitglieder teil, Benedikt Speckbacher wurde zum 1. Kommandant der FF Hallein gewählt.

Im Jahr 1873 verfügte die junge Wehr über folgende Gerätschaften:

  • 1 Wasserwagen mit Bottichen und 150 Fuß Schläuche
  • 2 Stadt- u. Tragspritzen, je eine Land-, Stelzen- und Abprotzspritze
  • 18 Steigerausrüstungen, 8 Steck- und 8 Hakenleitern
  • 1 dreiteilige Schiebeleiter, 2 Gesimsböcke und 1 Gesimsleiter

» Probleme in den nächsten Jahrzehnten
In den darauf folgenden Jahren wurde die Feuerwehr seitens der Gemeindebürger nur in geringer Weise unterstützt, seitens der Stadtgemeinde war gerade zu eine feindselige Haltung bemerkbar. Pro Jahr erhielt die Wehr nur 50 Kronen Subvention, dies rief in der Führungsriege tiefe Missstimmung hervor. Diese Haltung veranlasste die Stadtgemeinde, die Subvention auf 500 Kronen zu erhöhen.

» Ein eigenes Heim
Nach Androhung des Kommandos zum Rücktritt, wurde im März 1910 der Ankauf des sogenannten Oberhofes beschlossen, bis zu diesem Zeitpunkt war die Feuerwehr in einer Garage im Rathaus am Schöndorferplatz untergebracht.

» Die Kriegs- und Zwischenkriegszeit
Gleich zu Beginn des 1. Weltkrieges mussten 40 Mitglieder der Wehr zur Kriegsdienstleistung einrücken. Eine Bubenfeuerwehr wurde gegründet und zu leichten Dienstleistungen herangezogen. Stark in Anspruch genommen wurde in diesen Jahren die Rettungsabteilung.

Die Geldentwertung der Nachkriegszeit brachte es mit sich, dass die dringend notwendigen Anschaffungen zu einem schwer lösenden Problem wurden.
Dennoch konnten durch die Sachdemobilisierung 50 Militärblusen und ? hosen angeschafft werden.


 Stolz präsentierte sich 1922 die Feuerwehr Hallein zum 50 Jahr-Jubiläum

1924 wurde beschlossen, endlich die Automobilisierung bei der Halleiner Feuerwehr in die Wege zu leiten, zwei Jahre später konnten vom Direktor der Zellulosefabrik ein Personenauto um 45 Millionen (!) Kronen angekauft werden und dieses in einen Rüstwagen umzubauen.

Im Jahr 1926 wurde das Objekt ?Thanhof? seitens der Stadtgemeinde angekauft, aus Geldmangel scheiterte jedoch der Umbau zu einem Feuerwehrhaus.

Das Jahr 1932 brachte der Wehr insofern einen Fortschritt, als es ihr gelang, das Bereitschaftszimmer der Zeugstätte mit einer modernen elektrischen Alarmierungsanlage zu versehen, ab diesem Zeitpunkt waren in 22 Wohnungen und zum Teil in den Arbeitsstätten Klingeln installiert, das Zeitalter der ?stillen? Alarmierung hatte begonnen.

1936 wurde als zweites Feuerwehrfahrzeug ein ?Gräf & Stift? in Dienst gestellt, ebenfalls in diese Zeit fiel die Anschaffung neuer Helme (?Wiener Helm?) und einer neuen Tragkraftspritze.

Die im Jahr 1935 eingegliederte Feuerwehr Burgfried wurde 1938 aufgelöst, die Eingemeindung von Dürrnberg und Oberalm brachte die Eingliederung der bis dahin selbständigen Ortswehren mit sich.

 
Noch vor dem zweiten Weltkrieg hielt die FF Hallein Luftschutzübungen ab

» Der zweite Weltkrieg
Durch den Beginn des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 begann eine schwere Zeit, durch die Einberufung vieler Wehrkameraden ergaben sich große Lücken im Mannschaftsstand, welche durch die sogenannten HJ-Feuerwehrscharen aufgefüllt wurden. Aufgrund der kriegsbedingten Umstände wurde auch der Umbau des Thanhofes zur Feuerwehrzeugstätte aufgeschoben, eine bei den Magirus-Werken in Ulm bestellte 24m Leiter wurde ebenfalls nie ausgeliefert.
1939 erfolgte die Indienststellung eines Löschfahrzeuges 15 ?Magirus? mit einer Vorbaupumpe und Tragkraftspritze.

Im Jahr 1941 wurde als drittes Fahrzeug ein ?Steyr 200? als Kommandowagen angeschafft, ab 7. April 1941 wurde eine ständige Nachtbereitschaft eingeteilt.

Der 22. März 1943 wurde für die Halleiner Feuerwehr ein Tag anstrengenster Arbeit. In den Nachmittagsstunden brach im Klostergebäude ein Brand aus, der sich rasch ausbreitete und dem mehrere Häuser sowie die Stadtpfarrkirche zum Opfer fielen.

Im Jahr 1944 musste die Wehr zu insgesamt 117 Luftalarmen ausrücken, Ernst wurde es aber erst am 25. April 1945 ? also kurz vor Kriegsende ? als die US-Luftwaffe den Obersalzberg ? Hitlers Residenz im Berchtesgadener Land ? bombardierte. Zeitgleich fielen in Hallein und in der Stadt Salzburg zahlreiche Bomben, mit den drei vorhandenen Fahrzeugen stand man auf verlorenen Posten, da zahlreiche Bauernhöfe und Häuser entlang der Eisenbahnstrecke ein Raub der Flammen wurden.
Nach dem Kriegsende im Mai 1945 begann ein mühevoller Aufbau, durch ?Organisieren? von Fahrzeugen aus ehemaligen Wehrmachtsbeständen konnte ein Tanklöschfahrzeug 25 ?Henschel? und ein Geländefahrzeug ?Steyr 640? mit einer TS 800 in Dienst gestellt werden.

Der Steyr 200 (Kommandowagen) wurde durch die französischen Besatzungsmächte in den letzten Kriegstagen verschleppt.
Ein ebenfalls aus Wehrmachtsbeständen übernommener zweirädriger ?Magirusanhänger? und vier komplette Schlauchboote verbesserten den damaligen Ausrüstungsstand beträchtlich.

» Neues Leben in der Feuerwehr
Ab 1. August 1945 fanden wieder regelmäßig wöchentliche Übungen statt, 52 Mann waren anwesend und es begann sozusagen der ?Neuanfang?.
Ein Jahr später konnte ein Tanklöschfahrzeug 15 ?Klöckner? entgegengenommen werden, weiters wurde ein viersitziger Kommandowagen ?Tatra? in Dienst gestellt.

» Neue Feuerwehrzeugstätte
Im Jahr 1950 feierte man das 80-Jahr Jubiläum, zu diesem Anlaß konnte endlich der Umbau des Thanhof in ein modernes Feuerwehrhaus mit insgesamt sieben Stellplätzen durchgeführt werden, ein Jahr später wurde eine Alarmschalttafel in der Zentrale installiert, 10 Stück Feuermelder in der Altstadt angebracht und die Klingelleitung weiter ausgebaut.

» Die ?Aufbau-Jahre?
Am 23. Oktober 1955 konnte ein modernes Nebel-Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt werden, dies war das zweite dieser Art im Bundesland Salzburg.
Ein Jahr später erfolgte der Austausch des alten Kommandowagens durch einen VW-Bus.


Übung mit der neuen DL 25 im Jahre 1959

Im Jahr 1959 ging ein langersehnter Wunsch der Halleiner Feuerwehr in Erfüllung, am 11. Juli wurde eine moderne Metz-Drehleiter mit 25 m Steighöhe mit Wenderohr in Dienst gestellt.

Im Jahr 1960 erfolgte die erste Ausrückung mit der neuen ?braunen? Ausgehuniform, im gleichen Jahr wurde mit dem Ankauf von drei Stück Pressluftatmer das Atemschutz-Zeitalter eingeläutet.


Im Juni 1958 war ein Großbrand in den Halleiner Motorenwerken zu bekämpfen

1961 erfolgte die Stationierung eines Rüstanhängers seitens des LFV Salzburg in Hallein, zwei Jahre später konnte ein geländegängiges Löschfahrzeug der Marke Unimog übernommen werden.